Verein für Vogelschutz und Vogelpflege Mainz von 1878 e.V.

Chronik des Vereins (anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Vereins 2003)

Eine Chronik ist der Bericht über geschichtliche Vorgänge eines Gemeinwesens in zeitlicher Anordnung. Wenn sie verbunden ist mit der sinnträchtigen Beschreibung der im Wesen des Vereins liegenden Geschehnisse wird sie zu einem Dokument der Vereinsgeschichte. Sie wird aber auch zu einem Dokument der Zeitverhältnisse, denen der Verein während seines Bestehens ausgesetzt war, in denen er gewirkt hat oder wirken musste. Ich habe versucht diesem Anspruch gerecht zu werden

Die Geschichte eines Vereins lässt sich nicht neu erfinden, sie lässt sich auch nur so darstellen, wie es die "Altvorderen" in Protokollen und Notizen niedergeschrieben haben. Hierzu dienten in erster Linie die Jahresberichte der Schriftführer und Vorsitzenden, sowie alter Schriftverkehr des Vereins. Teilweise sind es auch Erinnerungen von Mitgliedern, die noch zu Lebzeiten von den Ehrenvorsitzenden Joseph Ledroit (1902-1995) und Dr. Heinz Kruse (1900-1998) befragt werden konnten und Dr. Kruse hatte 1978 zum "100-Jährigen" mit den Aufzeichnungen einiger Daten begonnen. Einige Aufzeichnungen konnten auch aus Berichten von Verbandsorganen befreundeter Vereine und Verbände entnommen werden. Leider sind nicht mehr alle Unterlagen aus der Vereinsgeschichte vorhanden, in denen sich so manches Ereignis der Vereinsgeschichte, vor allem in den ersten fünfzig Jahren, hätte vertiefen lassen. Es hätte aber vielleicht auch den Rahmen dieser Dokumentation zu sehr ausgeweitet.

Wie zeitaufwendig das "Durchstöbern" alter Vereinsunterlagen auch ist, so ist es lehrreich und amüsant zugleich. Wie höflich man in alter Zeit miteinander umging, zeigt eine viel gebrauchte Anrede aus den 20er Jahren, da steht zum Beispiel: "Werter Herr!...Für die Belästigung auf das höflichste und gütigste um Entschuldigung bittend, gestatte ich mir, Ihnen Nachstehendes zu unterbreiten..," ein Schreibstil, der heute in unserer schnelllebigen Gesellschaft undenkbar, aber vielleicht wieder einmal angebracht wäre.

125 Jahre! Für wahr, eine lange und wechselvolle Geschichte für einen Verein.

125 Jahre Vereinsgeschichte sind nicht nur gemeinsames Hobby und Interesse an einer schönen Freizeitbeschäftigung, sondern auch wechselvolle Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlichster Charaktere, sozialer Schichten und Bindungen. Solche Gemeinwesen sind in unserer Gesellschaft schon immer auch eine der wichtigsten Säulen des menschlichen Miteinanders und Zusammenlebens. Vereinsleben bringt die Menschen sich näher, mehr als jede politische Vereinigung. Glücklich schätzen, kann sich ein Gemeinwesen und deren Verantwortlichen jedoch erst, wenn das Vereinsleben einigermaßen harmonisch verläuft. Dies war in unserem Verein, bis auf kleine Ausnahmen in den 30-er Jahren, schon immer der Fall. Trotz Höhen und Tiefen die es zu allen Zeiten gibt, war Harmonie in unserem Verein, unter so vielen und anders gearteten Personen, mit so vielerlei unterschiedlichen Interessen, immer gegeben. Dies drückt sich vielleicht auch dadurch aus, dass es in den 125 Jahren des Bestehens, höchstwahrscheinlich nur 6 Vorsitzende gegeben hat.

125 Jahre Vereinsleben sind auch genug Anlass, einmal die Entstehung und Entwicklung unseres Vereins zusammenhängend darzustellen und mit dieser "Festschrift" der Nachwelt zu erhalten.

Es war mein Ziel, das Wirken des Vereins, der Personen die den Verein getragen haben und noch tragen und seine Ausstrahlung in die Öffentlichkeit einmal aufzuzeigen.

Ich hege die Hoffnung, dass ich mit dieser Vorbemerkung und der folgenden sinnträchtigen zeitlichen Aufzeichnung der Ereignisse, die Geschichte bilden, einer redlichen Chronistenpflicht nachgekommen bin.

Zu danken habe ich, und schließlich auch der Verein, dem vorbildlichen Wirken meiner Vorgänger, den Gesamtvorständen und allen Mitgliedern im Verein, die in Vergangenheit mithalfen und heute und in Zukunft weiter mithelfen, dass dieses Gemeinwesen auch weiterhin Bestand hat.

Mainz im November 2003: Horst Waldmann, 1. Vorsitzender

Vorgeschichte

Vor der chronologischen Vereinsgeschichte soll ein Rückblick über die Entstehung der Vogelliebhaberei und des Vogelschutzes in Deutschland, was ursächlich Aufgabe und Sinn des Vereins war und ist, vorangehen. Und gerade deshalb, weil unser Verein und seine Mitglieder einen erheblichen Anteil bei dieser wissenschaftlichen Pionierarbeit geleistet haben.

Keine Klasse des Tierreichs ist heute so gut bekannt wie die Vögel. Die Zahl der Arten, ja sogar die Zahl der geographischen Rassen und ihre Verbreitung sind schon nahezu vollständig ermittelt. Der Stand der Ornithologie wird heute schon als ein Gradmesser und Wegweiser zoologischen Fortschritts bezeichnet. Und es waren zu allen Zeiten zunächst immer nur einzelne Personen, die den Aufstieg der Ornithologie wesentlich gefördert haben. Sie bilden die Kette, in der die einst an hellenischem Feuer entzündete Fackel durch eine lange Geschlechterfolge von Hand zu Hand gewandert ist. Neben philosophischen Köpfen und klugen Beobachtern treffen wir unter ihnen bis heute auch romantische Schwärmer. So gesehen macht die Geschichte unseres Vereins hier auch keine Ausnahme.

Die Vogelkunde, die unser Verein seit alters her lehrt und fördert, beginnt zweifellos bei Aristoteles (384-322 v. Chr.). Der große Ornithologe Prof. Dr. Erwin Stresemann bescheinigt Aristoteles in seinem 1951 erschienenem Buch: "Entwicklung der Ornithologie", dass dieser "... die Vogelkunde zum Rang einer Wissenschaft erhoben hat", weiter vermerkt er: "Der erste große Ornithologe, den die Geschichte kennt, war der Stauferkaiser Friedrich der II (1194-1250), ... ihm verdanken wir auch eine erste Darstellung des Vogelzugs mit einer großen Zahl erstaunlich präziser, bis auf den heutigen Tag gültiger Beobachtungen und Deutungen", ... ein weiterer "Deutscher" der sich in der Ornithologie einen Namen gemacht hat, war der Dominikaner und Magister der Theologie Albertus Magnus (1193-1280) (Albert von Bollstädt).

Nach Ansicht von Fachleuten gehört aber Conrad Gesner (1516-1565) zu den eigentlichen Gründern der wissenschaftlichen Zoologie. Erst aber hundert Jahre nach seinem Tod, 1669, erschien, vom Verleger Wilhelm Serlin Frankfurt herausgegeben, sein "Vogel-Buch". Es gilt als eines der ersten Werke auf dem Gebiet der Ornithologie. Es spiegelt die Vorstellungen des Renaissance-Zeitalters von der damals bekannten heimischen und exotischen Vogelwelt wieder. Fast 200 Jahre lang blieb "der Gesner" das Vogelbuch des "deutschen Hauses". Auch hier waren es hauptsächlich Erfahrungen mit Vögeln, die in Menschenhand gehalten wurden, wie dies heute noch der Fall ist. Die Haltung sonst wildlebender Vögel in Menschenhand hat eine lange Geschichte und Tradition. Sie kann durchaus als Kulturgut bezeichnet werden. Im Gegensatz zu den aus fernen Ländern eingeführten Vogelarten nannte man diejenigen, die man aus der heimischen Umgebung nahm, später "Waldvögel". Diese der Art Vogelhaltung war von Vogelliebhabern von Anfang an und noch bis heute in das 21. Jahrhundert hinein, die meist gepflegte Vogelgruppe.

Sie wird hauptsächlich auch vom "Verband Deutscher Waldvogelpfleger und Vogelschützer" bundesweit gepflegt. Auch die Mitglieder unseres Vereins, die ja von Anfang an in zwei Gruppen, nämlich Vogelschutz und Vogelpflege geteilt waren, pflegten diese Tradition der Vogelhaltung bis weit in die neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit der Gruppe Vogelschutz wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass auch Vogelschutz zu den Aufgaben eines Vogelliebhabers gehört. So wurde Vogelschutz in unserem Verein immer schon praktiziert und Kooperation und Erfahrungsaustausch mit anderen Organisationen wurde damals wie heute gepflegt. Zunächst waren es einzelne Personen, später dann Vereine und Verbände, die ihre Erfahrungen austauschten. In unserem Falle geht dies zurück bis auf die Anfänge und Gründerjahre des Vereins. Bei unseren Verbindungen zu anderen Vereinigungen sei besonders der "Verband Deutscher Waldvogelpfleger und Vogelschützer e.V." (VDW) erwähnt. Besonders mit dem Landesverband Hessen und deren Vorstandsmitgliedern pflegen wir bis heute eine enge und freundschaftliche Verbundenheit.

Schon in den "Vorgängervereinen der Vogelliebhaberei", bekannt als "Austauschzentrale der Vogelliebhaber und Züchter Deutschlands" (AZ) waren Vorstandsmitglieder unseres Vereins, sowohl im Vorstand der AZ wie auch im VDW. Diese Verbundenheit mit anderen Verbänden wird u.a. auch durch Herrn Dr. Jürgen Nicolai, dem heutigen Direktor der Vogelwarte Helgoland in Wilhelmshaven, in einem Bericht zum 50-Jährigen Jubiläum des VDW ausgedrückt. Dr. Jürgen Nicolai schreibt in den VDW-Verbandsnachrichten 4/2003: u.a. "Es war Leopold Keidel (1893-1982) der Vorsitzende der nach Kriegsende wiederentstandenen AZ, der den Anstoß zum Zusammenschluss der Waldvogelliebhaber gab", weiter schreibt er: Die guten Kontakte, die er zu dem Vorsitzenden des Mainzer "Verein für Vogelschutz und Vogelpflege", Josef Ledroit, seit Jahren unterhielt, hatten ihn bewogen, diesem den Vorsitz der neuen Vereinigung anzutragen und Ledroit hatte zugestimmt. Mit dieser Wahl war ein ungewöhnlich erfahrener und kenntnisreicher Vogelliebhaber an die Spitze der Vereinigung gerückt. Ledroit war gebürtiger Mainzer, hatte im Samenhandel gelernt und war, von Kindesbeinen an, der Vogelliebhaberei eng verbunden. Er war im Berufsleben Leiter der Beschaffungsstelle der Stadt Mainz und als dieser u.a. für die Beschaffung der Ausrüstung, wie Maschinen, Geräte und Verbrauchsmaterialien für die städtischen Behörden zuständig. weiter:...Die anfallenden Schreib- und Vervielfältigungsarbeiten konnte J. Ledroit in seiner Dienststelle erledigen lassen – eine spürbare Erleichterung in der Bewältigung des ständig zunehmenden Arbeitsanfalls,....In diesen Jahren kam auch Karl Sabel (1923-2001) zu uns. Er war wie ich Student an der Mainzer Universität. Es würde den Rahmen dieser Vorgeschichte sprengen, wollte man all die Würdigungen Dr. Nicolais, der mit Ledroit auch befreundet war, hier anführen.

Das Studium an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz hatte und hat noch immer Studenten zu unserem Verein geführt, die später zu bedeutenden Ornithologen wurden. Im Protokoll der o.a. Gründungsversammlung am 25.August 1951 steht: "Auf der diesjährigen Tagung der AZ ..., in Bad Honnef ..., ist der so lange schmerzlich vermisste, selbständige Waldvogel-Liebhaberverband gegründet worden. Zu seinem Vorsitzenden wurde Joseph Ledroit, Mainz, zum Geschäftsführer Jürgen Nicolai, Wiesbaden und zum Kassierer Adolf Eckhardt, Mainz, gewählt". Ferner gibt es einen weiteren Bericht über die Jahreshauptversammlung vom 9. und 10. September 1978 in dem berichtet wird: " Karl Sabel übernahm das Amt des 2. Vorsitzenden von Dr. Kruse, der sich nicht mehr zur Wahl stellte, sein vorheriges Amt als 2. Schriftführer übernahm Herr Werner Dietrich", allesamt damals schon langjährige Vorstandsmitglieder in unserem Verein. Bis heute bestehen diese engen Verbindungen durch Mitgliedschaften einzelner Mitglieder unseres Vereins im Verband Deutscher Waldvogelpfleger und Vogelschützer (VDW), Landesverband Hessen.

Im Gründungsjahr 1878 gab es in Deutschland weitere bemerkenswerte Ereignisse die Geschichte machten, nämlich:

Chronik

Und: so, wie im Jahre 1876 in Berlin der älteste "Vogelpflegerverein" die "Ägintha", aus den Reihen der Mitglieder des "Cypria", "Verein der Geflügelfreunde Berlin von 1864" entstand, so gründeten auch Mitglieder des seit 1876 bestehenden "Vereins für Geflügel- und Vogelzucht Mainz" im Jahre 1878 unseren jetzigen Verein.

Übrigens, nach Auflösung der Ägintha in der "DDR-Zeit" waren wir der älteste Verein seiner Art in Deutschland und zwar schon damals unter dem erstaunlich modernen Namen: "Verein für Vogelschutz und Vogelpflege Mainz".

Ebenso, erst elf Jahre später, 1899, rief Lina Hähnle aus Sulz den Bund für Vogelschutz (BfV) ins Leben. Sie gründete einen für Kooperationen offen Verband, der für die damalige Zeit schon als revolutionär galt. Damit war der Grundstein für den ersten "Massenverband" seiner Art in Deutschland gelegt. Später bekannt als Deutscher Bund für Vogelschutz (DBV), heute Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) .

Leider gibt es über unsere Vereinsgründung aus dem Jahre 1878 nichts Schriftliches mehr, in Form eines Protokolls oder einer Niederschrift. Es gibt aber die "mündliche Überlieferung", noch zu Lebzeiten unseres verstorbenen Ehrenvorsitzenden Joseph Ledroit (1902-1995) der seit 1924 dem Verein angehörte, dass er beim Ablösen einer Zimmertapete auf der darunter geklebten "Zeitungs-Makulatur" eine Mitteilung fand, dass sich am 12. Juli 1878 der "Neue Verein" gebildet habe und Hermann Forster, von 1935 bis 1945 der Vorsitzende des Vereins war. Aus der Aktenlage von 1935 ist nachzulesen, dass der damalige Ehrenvorsitzende Philipp Dörsam (nnnn-1940) einen Vortrag hielt. Später, nach seinem Tod 1940 wird angeführt, dass er von 1905 bis 1935 30 Jahre dem Vorstand angehörte. Demnach war Dörsam vor Forster Vorsitzender. Vor Hermann Forster, der 1935 von den damaligen Behörden als Vereinsführer bzw. Abteilungsleiter wieder eingesetzt wurde, ist noch von einem Herrn Wolf als Vereinsvorsitzendem die Rede, aber ohne Angaben von Jahreszahlen.

Der 1878 neu gegründete Verein blieb noch viele Jahre mit dem "Verein für Geflügelzucht" als Sektion verbunden, neben den Sektionen für Hühner-, Wassergeflügel-, Tauben- und Brieftaubenzucht und er erhielt sogar noch im Jahre 1925 zu dem vierteljährlichen Mitgliederbeitrag von 1,00 Reichsmark einen Beitragszuschuss von 10,15 RM vom "Mutterverein".

Es wurden schon damals etwa 10 Monatsversammlungen jährlich, abgehalten mit vogelkundlichen Vorträgen, über die auch oft im "Mainzer Anzeiger" kurz berichtet wurde. So am 20.10.1878 von Herrn von Reichenau über "Die Charakterzüge aus dem Vogelleben" und am 03.12.1878 vom gleichen "Redner" "Über die Vögel und ihr Leben", wonach fast stets in der Versammlung eine kleine Verlosung von Vögeln, Vogelfutter und Gegenständen zur Vogelpflege stattfand.

Wilhelm von Reichenau, der auch im historisch-biographischen Teil der "Vögel Hessens" von Gebhardt Sunkel erwähnt ist, war preußischer Offizier, musste aber schon als Leutnant wegen den Folgen eines Sturzes vom Pferd den Dienst quittieren, wurde dann Landwirt und arbeitete später in der Mainzer Stadtbibliothek, dann als Kustos und später, zum "Professor" ernannt, am Naturhistorischen Museum in Mainz. Dort legte er den Grundstock für die geologische und paläontologische Sammlung. Er schrieb über eine "Flora von Mainz" und 1888 seine "Bemerkungen über das Vorkommen der Vögel in Mainz und Umgebung". Damit war eigentlich die erste Übersicht über "Im nördlichen Rheinhessen" vorkommende Vogelarten dokumentiert. Dr. Kruse bemerk später dazu, dass unverständlicher Weise Zippammer und Zaunammer unerwähnt blieben, die damals hier schon als Brutvögel vorgekommen sind und auch nachgewiesen wurden.

Auch kleinere Vogelausstellungen wurden gelegentlich durchgeführt. Im "Jubiläumsjahr 1926" wurde sogar eine "prunkvolle" Ausstellung in den Räumen der Mainzer Stadthalle, genannt: "Gut Stubb", veranstaltet. Im Protokoll ist verzeichnet, dass die Ausstellung dem Gesamtverein sein ganzes Vermögen und die Vorstandsmitglieder den gezeichneten Garantiefond von 50,00 Reichsmark gekostet hat. Als Sektion und später als eigener Verein wurden in den Frühjahrs- und Sommermonaten gelegentlich interne "vogelkundliche Wanderungen" veranstaltet, wobei besonders die Nachtwanderungen zu erwähnen sind, die von nachts 2 Uhr bis gegen Mittag dauerten und vom Hauptfriedhof Mainz zu Fuß über Zahlbach und Bretzenheim in den Ober-Olmer Wald führten, wo Nachtigallen und "Welsch-Grasmücken" (Gartengrasmücken) gehört wurden.

Von 1925 bis 1930 findet sich in den Vereinsakten fünfmal die Unterschrift des Vereinsmitglieds Jakob Moyat und zwar als jährlich amtierender Kassenprüfer. Jakob Moyat (1861-1933), eine Persönlichkeit der Mainzer Stadtgeschichte, dessen Bedeutung, ja Ruhm in Fachkreisen, seinen Mainzer Mitbürgern kaum bekannt war. Er wird als sehr netter, feiner Mensch geschildert, der nach dem Abitur Medizin studierte, dies aber wegen übergroßer Angst vor Krankheiten aufgeben musste. Er blieb Junggeselle, war später als Anzeigenbuchhalter beim "Mainzer Anzeiger" beschäftigt und galt als Sonderling. Als Sohn des Großherzoglichen Justizrates Karl Moyat (1822-1889) war er der letzte Träger seines Namens in Mainz. Dabei gab und gibt es keinen Ornithologen in der Welt, der nicht seinen Namen kennt. Seine äußerliche Erscheinung mit typischen Attributen seiner Zeit, ein Bart nach Art Napoleons III., ein Kneifer und ein steifer Kragen, ließen ihn von seiner Pflichterfüllung und Korrektheit geprägten Haltung zeugen. Er besuchte selten die Versammlungen, hielt auch keine Vorträge und ließ niemanden in seine "Vogelstube", die mit vielen Vogelgehegen und Käfigen ausgestattet war.

Die meisten ahnten wohl nicht einmal, was er in seiner Freizeit trieb. Stets freute sich Moyat aber, einen Gast bei sich begrüßen zu dürfen, und war gerne bereit, anderen seine Bücher zur Verfügung zu stellen. Im Nachruf der "Ornithologischen - Monatsberichte" heißt es u.a. über Moyat: "Auf dem Gebiet der Geschichte der deutschen Vogelkunde war er so gut beschlagen wie kein zweiter, und er hat es sich viel Mühe und Geld kosten lassen, eine reichhaltige Bibliothek zusammenzubringen, die neben anderen großen Seltenheiten auch viele Tagebücher, Briefe und andere handschriftlichen Aufzeichnungen aus der Frühzeit deutscher Vogelkunde sowie Bilder enthielt". Aus Aufzeichnungen in: "Die Vögel Hessens" geht hervor, dass Moyat 1861 geboren wurde, 1933 verstorben ist und auf dem Judenfriedhof in Mainz beigesetzt wurde.

Aus seiner Feder im Druck erschienen ist nur 1906 eine einzige Arbeit über die Tagebücher von Friedrich Heinrich Freiherr von Kittlitz (1799-1874), der in Breslau geboren wurde, als Offizier von 1816 bis 1825 in Mainz in Garnison war und auch hier verstarb. Aus seinen Tagebüchern ist besonders seine Begegnung mit dem "Steinsperling bei Windsheim", Kreis Kreuznach von Interesse. Moyats Bedeutung für die Ornithologie besteht in seinem großen Eifer, vogelkundliche Literatur zu sammeln, sodass ihn H. Schalow in seinem Artikel "Über den gegenwärtigen Stand der "Naumann-Forschung" im Journal für Ornithologie, Band 57 von 1909, den bedeutendsten Naumann-Kenner und beneidenswerten Besitzer der reichsten Bibliothek Naumannscher Veröffentlichungen nannte. Seine Bibliothek vermachte er zu einem Teil dem Naumann-Museum in Köthen bei Dessau und den anderen Teil der Mainzer Stadtbibliothek, wo sie als "Sammlung Moyat" einen kostbaren Teil der ornithologischen Literatur bildet.

In den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, als "Altmeister" Johann Birk aus Leipzig (1878-1953) den "Reichsverband Deutscher Waldvogel-Liebhaber" gegründet hatte, trat unser Verein unter dem abgekürzten Namen "Verein für Vogelschutz und Vogelpflege Mainz" dem Reichsverband als selbständiges Mitglied bei. Aus dieser Zeit findet sich eine interessante Aktennotiz, nämlich, dass es üblich war, dass jedes Mitglied als Anerkennung für ein Jahr regelmäßigen Besuch der Versammlungen einen Spazierstock mit Widmungsschildchen bekam. Wie nachzulesen ist, war dies eine Idee von Hermann Forster, der sich auch selbst an den Kosten beteiligte. Joseph Ledroit schaffte dies später wieder ab, mit der Begründung, alle würden ja nur noch Auto fahren.

Weiter gibt es eine Notiz, dass im sehr kalten Winter 1922 Schnee- und "Lerchensporn-Ammern" gesehen wurden"; bei der zweiten Art ist wohl der Spornammer (Calcarius lapponicus) gemeint.

1936 fand auch eine "vogelkundliche Wanderung" des Vereins auf die Rheininsel Kühkopf statt.

1938 hatte man eine Monatsversammlung als "Werbeversammlung" ausgedacht. Im Mainzer Anzeiger und Mainzer Journal war auf diese Versammlung hingewiesen worden. Im späteren Protokoll schreibt der "Schriftwart" Joseph Ledroit: ..."der Hinweis in den Presseorganen muss als ein mehr als kläglicher bezeichnet werden, denn es kamen nur 3 Personen,....es muss wieder erneut festgestellt werden, dass die Interesselosigkeit und die Jndolenz der Mainzer Bevölkerung allem dem gegenüber, dass nicht den Stempel der Fastnacht trägt, außerordentlich groß ist."

Von dem hohen Niveau der Vereinsvorträge zeugt unter anderem ein Bericht vom 13.06.1940, wo von Gartenmeister Twoack ein Vortrag über "Wildwachsende Futterpflanzen für die Vogelpflege" gehalten wurde. Ein Thema, dem sich in unserer Zeit Karl Sabel widmete und darin zum großen Experten wurde.

Der Nationalsozialismus erzwang auch unter den "Vogelliebhabervereinen" eine gewisse Gleichschaltung. 1936 entstand der "Reichsverband deutscher Vogelpfleger und Züchter" mit Fachschaften für einheimische bzw. fremdländische Vögel. Ab Oktober 1937 wurden Vereine zu "Ortsgruppen", Vorsitzende zu "Ortsgruppenleitern", später zu Vereinsführern, ab Januar 1938 zu "Abteilungsleitern" ernannt. Das Hitler-Regime trieb solche Blüten, dass zum Beispiel der damalige "Abteilungsleiter" eine Anfrage an den "Mainzer Anzeiger" richtete, ob in den Vereinsversammlungen das Ausbringen eines "Sieg-Heils" auf den Führer erlaubt sei, was nach Rückfrage bei der Partei, aus heutiger Sicht Gott sei Dank, verneint wurde. Im September 1939 fällt die Versammlung wegen Kriegbeginn aus. Die folgenden Monatsversammlungen finden nur noch am Sonntag Vormittag oder Mittags, wegen Verdunkelungspflicht, statt. Während des Jahres 1941 wurden 9 "Vereinskameraden" zum Kriegsdienst eingezogen. Soweit sie ihre Adressen angegeben hatten, wurden sie gelegentlich mit Kartengrüßen und auch mit Feldpostpäckchen vom Verein bedacht. In den Versammlungen wurden dann die "Dankesschreiben" verlesen.

Im Jahre 1945 wurden alle Vereine aufgelöst, so auch unser Verein. Trotzdem kamen die Mitglieder weiter all monatlich in Form eines Stammtischs zusammen.

Am 01. Juni 1950, nachdem die Besatzungs-Behörden wieder Vereinsbildungen zugelassen hatten, rief Joseph Ledroit (1902-1995) in alter Aktivität die früheren Mitglieder zusammen, und es erfolgte noch unter der Leitung von Hermann Forster die Wiedergründung des Vereins, der durch die Anordnung der Besatzungsbehörden seit 1945 aufgelöst war. Die Wiedergründung geschah unter dem alten Namen und Ledroit wurde als Experte für die Pflege einheimischer Vögel zum 1. Vorsitzenden und Adam Mertes als Experte für Exoten zum 2. Vorsitzenden gewählt. Der langjährige Vorsitzende Hermann Forster wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Schriftführer wurde Horst Penk, Kassierer Dr. A. Schneiderhöhn und Beirat Heinrich Becker. Bei dieser "Wiedergründungsversammlung" waren 14 "alte Mitglieder" anwesend, drei hatten sich entschuldigt.

Am 18.06.1950 leitete der damalige stud. rer. nat. Jürgen Nicolai die erste "öffentliche" vogelkundliche Exkursion. Von da an wurden regelmäßig Exkursionen veranstaltet, wie sie auch heute noch zusammen mit der Volkshochschule Mainz durchgeführt werden. Nach seinem Studium an der Uni Mainz gehörte Dr. Jürgen Nicolai noch viele Jahre dem Vorstand unseres Vereins an, wurde dann Mitarbeiter des berühmten Verhaltensforschers Prof. Konrad Lorenz, bevor er Direktor des Instituts für Vogelforschung Vogelwarte Helgoland in Wilhelmshaven wurde.

Am 09. Oktober 1951 fand eine "gemeinsame Hauptversammlung" im Vereinslokal Kartäuserhof in Mainz statt, wo eine Zusammenlegung zweier Vereine und zwar dem Bund für Vogelschutz e.V. Stuttgart-Gruppe Mainz und dem Verein für Vogelschutz und Vogelpflege Mainz erfolgte. Vorsitzender beider Vereine war Josef Ledroit. Sämtliche Anwesende, darunter u.a. Dr. Heinz Kruse, Jürgen Nicolai und Adam Mertes, waren mit der Zusammenlegung einverstanden, unter dem neuen Namen: "Verein für Vogelschutz und Vogelpflege Mainz und Umgebung im Arbeitskreis der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald".

Der Verein bestand aus zwei Gruppen, deren Vorstände getrennt wie folgt gewählt wurden:

Gruppe 1 Vogelschutz: Gruppe 2 Vogelpflege:
1. Gruppenleiter Herr Dr. H. Kruse 1. Gruppenleiter Herr J. Ledroit
2. Gruppenleiter Herr Stadelmann 2. Gruppenleiter Herr A. Mertes
1. Schriftführer Herr W Arndt Schriftführer Herr G. Wörner
1. Schatzmeister Herr H. Frank Schatzmeister Herr A. Eckhardt
Beirat: Herr Fr. Elsenheimer Beirat: Herr J. Nicolai
Beirat: Herr O. Elsenheimer Beirat: Herr H. Becker
Beirat: Herr I. Coradill Ehrenmitglied Herr H. Forster

Der Gesamtvorstand des Vereins setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender: Herr J. Ledroit Bibliothekar Herr Dipl.-Ing. A. Mertes
2. Vorsitzender Herr Dr. Kruse Materialverw. Herr O. Elsenheimer
1. Schriftführer Herr W. Arndt Beirat: Herren Becker
2. Schriftführer Herr H. Wörner Beirat: I. Coradill
1. Schatzmeister Herr H. Frank Beirat: Fr. Elsenheimer
2. Schatzmeister Herr A. Eckardt Beirat: J. Nicolai
Ehrenmitglied: H. Forster Beirat: Stadelmann

Josef Ledroit hatte die für die zusammengefassten Vereine maßgebende Vereinssatzung ausgearbeitet, die dann am 11. Oktober 1951 beschlossen wurde. Es zeigt sich noch heute, dass Ledroit damals schon eine moderne und zeitgemäße Satzung ausgearbeitet hatte. Bis auf kleine Änderungen und Ergänzungen, wegen dem Eintrag ins Vereinsregister, hat diese Satzung, bis heute noch bestand. Die aktuelle Satzung als pdf-Datei .

Wie aus allen bisherigen Unterlagen hervorzuheben ist, war Joseph Ledroit der aktivste "Motor" im Verein und erwarb sich große Verdienste um das Fortbestehen des Vereins, besonders in der "Nachkriegszeit".

Wie schon einmal erwähnt, zeigten sich seine Aktivitäten auch außerhalb des Vereins, wo Joseph Ledroit, innerhalb der 1920 gegründeten "Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelschutz" (AZ) für in Obhut von Menschen gehaltenen und gezüchteten Vögeln tätig war, ferner war er auch 1951 Mitbegründer der "Vereinigung der Liebhaber einheimischer Vögel" und wurde auch dort zum 1. Vorsitzenden gewählt. Als zwei Jahre später die noch heute unter dem Namen "Verband Deutscher Waldvogelschützer" (VDW) bekannte, bundesweite Vogelschutzorganisation gegründet wurde, war es auch wieder Joseph Ledroit der von 1953 bis 1954 dort zum 1.Vorsitzenden gewählt wurde.

Am 08. April 1952 findet sich erstmals die Unterschrift eines "Schülers" Klaus Immelmann, der nach dem Abitur Naturwissenschaften studierte und als Ordentlicher Professor den ersten Lehrstuhl für Verhaltens-Wissenschaft inne hatte und lange Jahre Präsident der Deutschen-Ornithologen-Gesellschaft war. Aus der Feder Dr. Klaus Immelmanns, der lange Jahre im Verein das Amt des Schriftführers bekleidete befinden sich einige Versammlungsprotokolle und auch Jahresberichte in den Vereinsakten.

Die Vereinsaktivitäten von Dr. Klaus Immelmann und Dr. Jürgen Nicolai sind besonders hervorzuheben. Außer auf andere, auch sehr verdiente Mitglieder und Personen, ist unser Verein besonders stolz auf diese beiden Persönlichkeiten. Sie sind praktisch in unserem Verein "aufgewachsen" und wurden dann zu den bekanntesten und populärsten Ornithologen Deutschlands.

1955 jährte es sich zum 100. Male, dass der erste Wellensittich in Deutschland gezüchtet wurde. Aus diesem Anlass veranstaltete die AZ und der Wellensittichverein sowie VDW vom 29. Oktober bis 01. November 1955 im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz die erste große Deutsche Vogelausstellung nach dem Kriege. Die Ausstellung, deren Schirmherrschaft Oberbürgermeister Franz Stein übernahm, stand unter der Leitung von Joseph Ledroit, Adam Mertes und Klaus Immelmann und damit war auch unser Verein nicht unerheblich an der Ausrichtung beteiligt. Vogelliebhaber aus dem gesamten Bundesgebiet waren mit ihren seltensten und schönsten Vögeln beteiligt. Mit über 1000 Exemplaren vom Wellensittich, Großsittich, Papagei, fremdländischen und einheimischen "Stuben- und Volierenvögeln", wurde Alles gezeigt, was Federn hat und in Menschenhand gezüchtet wird. Ziel dieser Ausstellung war es, einen Einblick in den damaligen Stand der deutschen Vogelliebhaberei zu vermitteln. Gerade damals wurde deutlich, welche Freude und Erholung die Vogelliebhaberei in dieser naturentfremdeten Zeit vermitteln kann, und dass man diese Freude am Vogel möglichst vielen Menschen in der Großstadt mit dieser Ausstellung zu vermitteln mag. Die Besucher kamen auch aus der Schweiz, Dänemark, Schweden, Finnland, Holland und Frankreich. Die Vogelausstellung bildete in diesen Tagen für viele den größten Anziehungspunkt der Stadt Mainz.

1966 hat Joseph Ledroit das Amt des 1. Vorsitzenden aus Altersgründen niedergelegt. Er wurde für seine großen Verdienste um unseren Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Herr Dr. med. Heinz Kruse (1900-1998) der 1951 zum Verein kam, wurde auf Grund seiner Aktivitäten durch Vorträge, Berichte und fachlichen Exkursionsführungen 1966 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Im Verein wurde schon sehr bald erkannt, dass Dr. Heinz Kruse großes ornithologisches Fachwissen besitzt und dieses mit Leidenschaft an seine Zuhörer weitervermitteln kann. Dr. Kruse leitete die "Geschicke" des Vereins mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein über 25 Jahre bis ins hohe Alter von 92 Jahren. Durch sein fortgeschrittenes Augenleiden war es ihm nicht möglich den Vorsitz länger zu behalten und so gab er die Leitung des Vereis in jüngere Hände". 1992 wird er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Seine Verdienste im Verein wie auch in der Öffentlichkeitsarbeit im Naturschutz wurden 1971 mit dem Bundes-verdienstkreuz am Bande gewürdigt.
Seines Augenleidens wegen, wurde Herrn Dr. Kruse seine Arbeit im Verein schon einige Jahre durch die langjährige 2. Vorsitzende, Frau Elisabeth Walti, unterstützt.

Frau Elisabeth Walti kam 1959 zum Verein und wurde 1965 zum Beiratsmitglied und zur Bibliothekarin gewählt. 1972 wurde Frau Walti Schriftführerin, bis sie 1975 zur 2. Vorsitzenden gewählt wurde. Dieses Amt bekleidet Sie bis heute. Ihre Aktivitäten im Verein und auch außerhalb bis hin zu internationalen Tätigkeiten in der ornithologischen Fachwelt erfahren höchste Anerkennung. Frau Walti hat mit ihrer profunden Kenntnis in der Vogelkunde bei Vorträgen und vor allem in der Feldornithologie den Vereinsmitgliedern und allen an der Ornithologie interessierten Teilnehmer von Exkursionen ihr Wissen weitervermittelt und die Vögel in einer für Sie eigenen bildhaften und phonetischen Sprache erklärt. Sie war lange Jahre ehrenamtlich in der Vogelwarte Radolfzell bei der Vogelberingung tätig und hat Jahrzehnte lang maßgebend an der Wasservogelzählung am Rhein für die Vogelschutzwarte in Frankfurt mitgewirkt.

Erst in späteren Vereinsjahren erhielt auch der Verein öffentliche Anerkennung seiner Verdieste um den Natur- und Vogelschutz mit seiner Öffentlichkeitsarbeit. Und zwar 1968 durch die Verleihung des Wappentellers des damaligen Landkreises Mainz, 1969 des Silbernen Ehrenzeichens des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV) und 1971 den Wappenteller der Stadt Mainz.

Am 13. Dezember 1978 beging der Verein das 100-jähriges Bestehen mit einer feierlichen Monatsversammlung. Als "Festredner" konnte Herr Dr. Claus König aus Stuttgart, der damalige Präsident des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV), gewonnen werden. Das Thema seines Festvortrages mit Farbdias und Farbfilm lautete: "Galapagos- eine eigene Welt im Pazifik". Ferner gab der 1. Vorsitzende Herr Dr. Kruse einen Überblick über die Geschichte und die Entwicklung des Vereins.

1964 wird Horst Waldmann Mitglied im Verein. In den Vereinsvorstand wird er 1967 als Kassenprüfer gewählt, 1968 zum Beiratsmitglied, 1971 zum 2. Schriftführer, bis er in der Jahreshauptversammlung 1992 dann, auf Vorschlag von Herrn Dr. Heinz Kruse, zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde.

Im Jubiläumsjahr 2003 wird der Vorstand von folgenden Mitgliedern getragen:

1. Vorsitzender: Horst Waldmann Mainz-Bretzenheim
2. Vorsitzende: Elisabeth Walti Mainz-Mombach
1. Schriftführer: Werner Dietrich Ingelheim
2. Schriftführerin: konnte bis heute nicht besetzt werden.
1. Kassierer: Gerhard Wagenschein Mainz-Lerchenberg
2. Kassiererin: Frau Inge Mehlis Mainz-Bretzenheim
Beiräte: Gerhard Lubojanski Bodenheim
  Dr. Karl Walti Mainz-Mombach
  Franz Zierz Mainz

Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Zur Erlangung der Rechtsfähigkeit beschloss der Verein am 13. Oktober 1965 eine Satzung und wurde am 12. Mai 1966 unter der heutigen Bezeichnung beim Amtsgericht Mainz eingetragen. Der Verein ist nach dem Freistellungsbescheid des Finanzamtes Mainz, wegen Förderung des Tierschutzes (Vogelschutz) als gemeinnützig anerkannt. Abs. A Nr. 11, § 48 Abs. 2 EStDV ). Der Verein ist berechtigt für Mitgliedsbeiträge und Spenden, die ihm zur Verwendung für diese Zwecke zugewendet werden, Zuwendungsbescheinigungen nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck auszustellen. ( § 50 Abs. 1 EStDV ).

Die Gegenwart

Wie in allen Vereinen und Verbänden vollzog sich auch bei uns ein Wandel in den Aufgaben und Vereinszielen. War es ehemals Sache der Gruppe A sich mehr für den Natur- und Vogelschutz allgemein einzusetzen, beschäftigte sich die Gruppe B intensiv mit Vogelpflege und Vogelzucht und damit auch mit der Arterhaltung vieler in der Natur gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Vogelarten durch Züchtung in Käfigen und Volieren. Mit zunehmendem Lebensalter unserer Mitglieder, die in der Gruppe Vogelpflege tätig waren, waren auch die Aktivitäten bei der Vogelhaltung im Verein rückläufig. In unserem Verein beschränkt sich die Vogelhaltung heute nur noch auf einzelne Mitglieder und nur in der Form, dass verletzte, kranke und aus dem Nest gefallener Vögel von der Bevölkerung übernommen werden. Erste Priorität ist es dann, die Vögel wieder gesund zu pflegen und sie dann in die Freiheit zu entlassen. Oft ist es aber ein vergeblicher Versuch, diese Vögel auf Grund ihrer Verletzungen wieder der Natur zuzuführen. Was dann oft bleibt, ist das "Gnadenbrot" in einer Voliere. Unseres Erachtens immer noch humaner, als diese Vögel gleich töten zu müssen.

So gehört in unserem Verein die praxisbezogene gruppenspezifische Trennung der Vergangenheit an. Die Aufgaben sind heute vielschichtiger und werden von allen Mitgliedern gleichermaßen erfüllt bzw. geleistet. In Zeiten industriellem und privatem Landschaftsverbrauch mit einhergehenden, immer mehr zunehmenden Naturzerstörungen, ist es heute Hauptaufgabe der "Naturschützer", diesem "Raubbau" entgegen zu wirken. So ist es heute nicht selten, dass Mitglieder unseres Vereins auch Mitglied in ähnlich gearteten Vereinen und Verbänden, wie z.B. dem: VDW, NABU, GNOR, BUND, WWF u.a. sind und ebenso dort mithelfen, die schützenwerte Natur und besonders die Lebensräume der Vogelwelt zu erhalten und zu sichern.

Nach wie vor sind jedoch satzungsgemäß Zweck und Ziel des Vereins in erster Linie Förderung des Natur- und besonders des Vogelschutzgedankens und der Vogelkunde. Hatte der Verein ursprünglich sein Hauptaugenmerk auf den direkten Schutz und die Erhaltung der Vogelwelt gerichtet, sind es heute umfassende natur- und landespflegerische Themen, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Zum Vogelschutz gehört heute auch umfassender Biotopschutz. Auch heute steht nach wie vor besonders der Schutz der Vögel im Mittelpunkt der Interessen, denn Vögel gehören zu den auffälligsten Erscheinungen unserer Natur, die besonders empfindlich auf negative Veränderungen in der Naturlandschaft reagieren und mehr denn je des umfassenden Schutzes bedürfen.

Heute setzt sich der Verein auch vermehrt für die Erhaltung, die Pflege und Gestaltung von Lebensräumen ein. Wir unterstützen Institutionen, Verbände und gleichgesinnte Interessenvertretungen durch namhafte Spenden nach unseren finanziellen Möglichkeiten. Dabei wird nicht nur den Vogelarten, sondern auch bedrohten Tier- und Pflanzenarten geholfen. Umfassenden Biotopschutz erreicht der Verein im Zusammenwirken mit anderen, überregionalen Naturschutzorganisationen, dem Gesetzgeber und den zuständigen Behörden. Dabei handelt es sich um Beratung und Mitsprache u.a. bei Flurbereinigungen, Straßenbauten, Großbauprojekten, Entwässerungen, Flussbauten und Eindeichungen.

Namentliche Erwähnung finden hier einige der von uns, hauptsächlich in den letzten Jahren, unterstützten Organisationen: u.a. der Verein zum Schutze und Erhalt des Kranichrastplatzes Rügen-Bockregion e.V., / der Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft e.V. / die Vogelwarte Radolfzell, / die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie in Österreich, / der Naturschutzbund Deutschland (NABU), / das NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen Bingen, mit dem Arbeitskreis Weißstorchschutz / die Sielmannstiftung, hier insbesondere die Neuanlage des "Sielmannweiher" in Billafingen durch die Initiative von Herrn Prof. Dr. Berthold, / der Arbeitskreis Umwelt Mz-Mombach e.V. / das Naumann-Museum Köthen- Anhalt, / der Schutz- und Management der Greifvögel in der Slowakei über das Zempliner Museum in Michalvce mit dem Ornithologen Stefan DANKO, u.v.m.

Als eines der Gründungsmitglieder der Arbeitsgemeinschaft Mainzer Naturschutzverbände (ARGE) und durch die dortige korporative Mitgliedschaft und Zusammenarbeit mit anderen Naturschutzvereinigungen sind wir eine anerkannte Landespflegeorganisation, die an allen für die ökologischen Belange bedeutsamen Planungen beteiligt und gehört werden.

Naturschutzkonflikte

Ein weiteres Kapitel unseres Vereinslebens sollte nicht unerwähnt bleiben, um die ursprünglichen Vereinsziele und Intensionen gegenüber wirklich unqualifizierten Meinungen und Behauptungen zu rechtfertigen. Seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde diese uralte Vogelliebhaberei, also die Haltung und Pflege von Vögeln in Käfigen und Volieren, sogar vielfacher Anfeindungen von verschiedenen Seiten, besonders von Naturschutzorganisationen, ausgesetzt. Unter der Devise des Naturschutzes haben Extreme, die es in allen Bereichen des Lebens gibt, den wissenschaftlichen Aspekt der Vogelhaltung heruntergespielt, ja sogar angezweifelt. Auch in unserem Verein gab es in der Gruppe Vogelschutz gegensätzliche Meinungen über das Für und Wider der Vogelhaltung. Wie unberechtigt solche Angriffe auch heute noch sind, möge aus den Worten des bekannten Experten Herrn Dr. Joachim Steinbacher aus Bad Homburg, vormals Kustos am Senckenberg-Museum in Frankfurt, hervorgehen. Er sagt: "Die Väter des Vogelschutzgedankens, Karl Theodor Liebe und Freiherr von Berlepsch, haben stets darauf hingewiesen, dass ihre Ideen nur auf Grundlage genauer Kenntnis des Vogellebens durchgeführt werden könnten und dass die vernünftige Vogelhaltung der beste Weg ist, sich diese Kenntnisse anzueignen.

Die Namen der bedeutendsten Vogelforscher aller Zeiten, Bechstein, Alfred Brehm, Naumann, Friedrich, Floericke, Heinroth und Stresemann sind in gleicher Weise mit dem Vogelschutz wie mit der Vogelhaltung verbunden. So gilt auch heute die Ausübung praktischer Vogelschutzarbeit für den Vogelhalter als selbstverständlich, als unlösbarer Bestandteil seiner tätigen Fürsorge für die Vögel. Es gibt keinen besseren Sachwalter unserer Vogelwelt in freier Natur, als die durch die Schule der Vogelliebhaberei gegangenen Vogelschützer, die beides in harmonischer Weise miteinander verbinden"

Alfred Brehm, dessen "Tierleben" noch heute unerreicht ist, hat einmal gesagt: "Der Liebhaber wird ohne dass er es vorsätzlich will, zum Beobachter, zum Freunde und Beschützer der Vögel, dieser dann endlich zum Forscher". Im Laufe der letzten hundert Jahre konnte durch die Vogelliebhaberei ein gewaltiger Schatz an Erfahrungen gesammelt werden, der unser Wissen um den Vogel, um seine Verbreitung, die Kenntnis seines Verhaltens und seiner so vielfältigen Lebensweise in ungeahntem Maße gefördert hat.

In diesem Zusammenhang sei auch auf das Lebenswerk von Oskar Heinroth hingewiesen, dessen vierbändiges Werk: "Vögel Mitteleuropas" auf der Basis der Haltung und Aufzucht vieler Vogelarten bahn brechend gewesen ist. Er gilt als unerreichtes Vorbild in der Behandlung der Biologie, der Ausdeutung der Verhaltensweisen der heimischen Vögel. Welcher Schatz von Erfahrungen ist hier niedergelegt, ob es sich um Stimmverhalten, Umgangsformen, Wachstumsvorgänge, seelische Regungen oder körperliche Merkmale handelt! In der freien Natur wären diese Einzelheiten niemals festzustellen gewesen, weil die Vögel sich dort dem Beobachter gegenüber nicht so ungezwungen geben und bewegen und die feinen Reaktionen meist missdeutet werden, die viele verschiedene Ursachen haben können.

Wo stände die Wissenschaft in der Vogelforschung, gäbe es nicht die Vogelwarten wie z.B. in Radolfzell, wo heute noch Wissenschaftler und Studenten um Pr. Dr. Peter Berthold, dem Leiter dieses so wichtigen Instituts, Forschung an Vögeln in Käfigen und Volieren betreiben.

Vogelzugforschung bringt eine der wichtigsten Erfahrungen zum Schutze und Erhalt dieser Spezies, mit denen wir Menschen den Globus teilen. So gibt es bis heute Erfahrungsaustausch dieser wertvollen Forschungsarbeit zwischen Vogelliebhabern und Wissenschaftlern.

Monatsversammlungen

Außer im Ferienmonat August finden nach wie vor monatlich Vereinsversammlungen statt, in denen vereinsorganisatorische Themen abgehandelt werden. Eine Versammlung, Anfang des Jahres, wird zur Jahreshauptversammlung erklärt. In dieser Hauptversammlung werden Jahresbericht und Kassenbericht bekannt gegeben, dem Vorstand wird Entlastung erteilt und der Vorstand gegebenenfalls durch Wahlen ergänzt. Haupttagesordnungspunkte aller Monatsversammlungen sind Dia-, Film- und Video-Vorträge, über ornithologische sowie natur- und naturhistorisch verbundene Themen. Namhafte Referenten und kompetente Vereinsmitglieder mit ihren wertvollen Beiträgen bereichern die Versammlungen.

Besonders stolz ist der Verein auf die beiden Referenten, wie den oft genannten Vogelkenner und Experten Dr. Joachim Steinbacher aus Bad- Homburg, der langjährige Vorsitzende des VDW, Herausgeber der "Gefiederten Welt", Träger des Bundesverdienstkreuzes und Dr. Klaus König vom Naturkunde-Museum in Stuttgart, später Präsident des Deutschen Bund für Vogelschutz (DBV).

Weitere Referenten deren Verdienste nicht geschmälert werden sollen sind u.a.: der hervorragende Vogel-Fotograf Herr Dieter Zingel aus Wiesbaden-Biebrich, - der ausgezeichnete Vogelkenner Herr Franz Stalla vom Vogelkundlichen Arbeitskreis aus Ludwigshafen. Hinzu kommt der unvergessene Herr Heinz Gräff(t) aus Mannheim, -

Herr Curth aus Frankfurt, - Herr Herbert Kopton aus Friedrichsdorf, - Herr Dr. rer. nat. Andreas Kaiser aus Kelkheim, - Herr Reinhard Ochs aus Wiesbaden, - Herr Reiner Weidenbach aus Ingelheim und Herr Heinz Diehl aus Einhausen. Weitere Mitglieder aus den Reihen des Vereins, ohne namentliche Nennung, sind hervorragende Fotografen, Filmer und Referenten, die jederzeit bereit sind, die Monatsversammlungen mit ihren Vorträgen zu bereichern. Außer den Lichtbildvorträgen werden in den Monatsversammlungen Berichte und Abhandlungen über Vogelkunde, Vogelpflege und weitere ornithologische Themen aus Fachzeitschriften u.a. wie "Die Gefiederte Welt", "Der Falke", "Vogelwelt" und Organen anderer Naturschutzorganisationen verlesen und besprochen. Ferner werden eigene avifaunistische Beiträge und Beobachtungen der Anwesenden diskutiert.

Das Vereinsjubiläum des 125-jährigen Bestehens, wurde in der Monatsversammlung am 11. Dezember 2003 im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung besonders gewürdigt. Eingeladen waren namhafte Vertreter des öffentlichen Lebens in Mainz und Umgebung. Entschuldigt hatten sich der Oberbürgermeister der Stadt Mainz Herr Jens Beutel, der Landrat des Kreises Mainz-Bingen Herr Klaus Schick, der Ortsvorsteher von Mainz-Bretzenheim Herr Wolfram Erdmann und weitere "Offizielle" die, wie so oft, "wichtigere" Termine wahrzunehmen haben. Dennoch kamen viele Vertreter anderer Vereine und Organisationen, sodass wir mit den anwesenden Mitgliedern eine stattliche Zahl von 40 Personen verzeichnen konnten. Als Festvortragenden konnte Herr Dr. Ulrich Schmidt vom Naturhistorischen Museum Mainz gewonnen werden. Er hielt einen naturkundlichen Vortrag mit Dias über das Rheinlandpfälzisch-Afrikanische Partnerland Ruanda, mit dem Titel: "Land der tausend Hügel". Der 1. Vorsitzende, Herr Horst Waldmann ließ die 125-jährige Vereinsgeschichte Revue passieren, ohne auch auf kritische Worte zur Zukunft des Vereins zu verzichten.

Exkursionen

Wie schon erwähnt gehören zu unseren Hauptaufgaben die Feldornithologie, das Bestimmen der Vögel in der freien Natur nach Gefieder, Gesang und sonstigen Verhaltensweisen. Hierzu gehören natürlich ornithologische Exkursionen, die der Verein seit Bestehen veranstaltet. In späteren Jahren wurden diese auch in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Mainz (VHS) veranstaltet, um eine größere Zahl von Interessierten anzusprechen. An neun Sonntagen im Jahr stehen Exkursionsveranstaltungen auf dem Programm, die in und um Mainz sowie auch in hundert Kilometer entfernten Naturlandschaften stattfinden. Bis heute finden in jährlichen Wiederholungen diese Exkursionen statt. Begonnen wird im Januar mit einer "Winterexkursion" nach Bingen-Gaulsheim in die Rheinauen, wo wir hauptsächlich überwinternde nordische Wasservögel beobachten und erklären. Im Februar schließt sich ein Gang durch das Naturhistorische Museum der Stadt Mainz an, wo wir in der ornithologischen Abteilung mit den Vogelpräparaten den Teilnehmern die Vögel aus der Nähe erklären können. Dies ist sehr hilfreich für die kommenden feldornithologischen Beobachtungen.

Die März-Exkursion geht nach Wiesbaden-Klarental durch den "Stadtwald" zur Fasanerie. Beobachtet werden Vögel der Gärten und des Waldes. Im April sind wir mitten in Mainz und haben eine Exkursion durch den Stadtpark am Rosengarten, bei der die Vögel der Parks und Gärten erklärt werden. Im Mai steht eine Exkursion durch das Laubenheimer-Ried auf dem Programm mit Beobachtungen von Rohr- Schilf- Wasser- und Wiesenvögel. Im Juni gehen wir durch das Aubachtal in Finthen bis zur Gemarkungsgrenze Wackernheim- Heidesheim und zum Gonsenheimer Wald. Hier sind es die Vögel der Gärten, Felder, Obstplantagen und des Ödlands, wo der Wiedehopf hier noch vorkommt.

Eine weitere Exkursion im Juni führt in die weitere Ferne nach Lampertheim zum NSG Biedensand, wo u.a. auch Brutkolonien vom Graureiher und Kormoranen zu sehen sind. Diese Veranstaltung findet im Jahreswechsel mit einer Exkursion zum Ginsheimer- Eicher Altrheingebiet statt mit Vögeln der Schilf, Rohr und Wasserflächen. Die traditionelle "Nachtwanderung" ist auch im Juni und geht von Heideheim bei Mainz über den "Rabenkopf" durch Obstbaumgelände Richtung Ingelheim, bis zu den Rheinwiesen und Rheinauen von Heidesheim- Uhlerborn. Auch hier ist der Wiedehopf zu sehen. Im August ist dann die letzte, weiter entfernte Exkursionsfahrt zur Wagbachniederung bei Speyer mit einer reichhaltigen Vogelwelt.

In den letzten Jahren wurden die Exkursionen von Frau Walti und Herrn Waldmann geführt. Seit dem Jahre 2000 hauptsächlich nur noch von Herrn Waldmann. Gelegentliche Hilfe hierbei erfährt der Vorsitzende, bei eigener Verhinderung, durch vereinzelte Mitglieder wie Frau Klaus und Herrn Wegmann und Herrn Kurt Heinz.

Exkursionsfahrten

Ein Jährlicher Höhepunkt des Vereinslebens und darüber hinaus, bildet eine Ornithologische Studienreise in fernere Naturlandschaften die vom Vorsitzenden geplant und organisiert wird.

Schon in den 60er Jahren unternahmen einzelne Mitglieder und kleinere Gruppen ornithologische Exkursionsfahrten in die weitere Ferne, bis ins Europäische Ausland. Beliebte Ziele waren u.a. das Wattenmeer an Nord- und Ostsee mit den friesischen Inseln, verschiedene Binnenseen, der Neusiedler See in Österreich und die Insel Texel in Holland. In den Monatsversammlungen wurde dann den "Daheimgebliebenen" mit Dia- und Filmvorträgen von diesen Reisen berichtet. Durch diese Reiseberichte wurden Sehnsüchte geweckt, so etwas einmal mitzuerleben. So wurde im Verein angeregt einer größeren Zahl von Mitgliedern eine Teilnahme an einer Exkursionsfahrt zu ermöglichen. Horst Waldmann hat dann Ende der 70er Jahre damit begonnen, Exkursionsfahrten mit einem 50-sitzigen Omnibus zu planen und als "Reiseleiter" auszuführen. Bis heute waren es über 30 große Exkursionsfahrten, die sich nach wie vor größter Beliebtheit erfreuen. Die Fahrten finden jährlich im Frühjahr, ab und an auch zusätzlich als Herbstfahrt zum Kranichzug nach Mecklenburg-Vorpommern, statt. Die ehrenamtliche Organisation und die Tatsache, dass diese Reisen von Anfang an auch für Außenstehende zugänglich sind, damit der Omnibus voll besetzt werden konnte, haben dazu beigetragen, dass der Reisepreis erschwinglich gehalten werden konnte. Mit diesen Studienreisen vermitteln wir den Teilnehmern die unmittelbare Begegnung mit der Natur und all ihren faszinierenden Kostbarkeiten, hauptsächlich der vielfältigen Vogelwelt . So führen unsere Exkursionen häufig in abgelegene, vom Tourismus noch nicht überlaufene Gebiete, wo wir den Teilnehmern, teilweise auch mit örtlichen Führern, auf fachlich fundierte Weise die Natur und insbesondere die Vogelwelt vorstellen, ohne die Natur zu stören.

Obwohl die Natur und insbesondere die Vögel auf unseren Exkursionen stets im Mittelpunkt stehen, gehen wir an bedeutenden Sehenswürdigkeiten und landeskundlichen Besonderheiten nicht achtlos vorüber.

Nur wer die Natur in ihrer Gesamtheit versteht und auch in ihren Einzelheiten kennt, sie lieben und schätzen gelernt hat, wird auch dafür eintreten, sie zu schützen und zu bewahren. Dies ist eines der Ziele unserer ornithologischen Studienreisen, das wir zusammen mit den Teilnehmern erreichen wollen.

Reiseziele waren bisher in Deutschland: das Wattenmeer vom Dollart bis zum Jadebusen in Ostfriesland mit den vorgelagerten Nordseeinseln und von der Elbmündung bis zur Grenze Dänemarks in Nordfriesland mit der Halbinsel Eiderstedt sowie die Insel Sylt, die Ostseeküste mit den Gebieten um Schleimünde- Schleswig und die Insel Fehmarn, der Naturpark Elbufer-Drawehn und die Lauenburgische Seenplatte, der Naturpark Harz, der Vogelpark Walsrode, das südliche Ober-Schwaben mit dem Naturpark Obere Donau, der Federsee und der Bodensee mit seinen Naturschutzgebieten sowie die Vogelwarte Radolfzell, - nach der "Wende" auch in den neuen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern mit seinen Naturparks Müritz, Vorpommersche- Boddenlandschaft mit der Insel Rügen, und den schon erwähnten Kranichzug im Herbst.

In Österreich: der Neusiedler See mit seinen umgebenden Flachwasserseen im Burgenland, die Donau- und Marchauen an den Grenzen zu Ungarn und der Slowakei.

In Ungarn: die großflächigen Naturschutzgebiete der Bubac-Puszta, Hortobagyi- Puszta und die Tisza- Auen.

In Frankreich: die Camargue und die Crau in de Provence, die Teichgebiete der Brenne und die Carente Maritim mit Ile de Re bei La Rochelle.

In Holland: die Vogelinsel Texel, und das IJsselmeer.

In der Slowakei: sind es Naturschutzgebiete von Bratislava bis zur Ukraine und von der hohen Tatra bis zur Ungarischen Grenze, wo wir uns seit Jahren in Michalovce, am Zemplinske- Museum auch finanziell am Kaiseradlerschutz beteiligen.

In Tschechien: von Südmähren den March-und Thaya- Auen, von den Karpaten bis nach Südböhmen, den Wäldern und Flussauen der warmen Moldau u.a.

Besondere Aktivitäten des Vereins

Nach wie vor ist der Verein in der ARGE, d.h. Arbeitsgemeinschaft Mainzer Naturschutzverbände tätig wo wir uns im umfassenden Naturschutz einbringen und unsere Meinung bei großen Planungen in Mainz und Umgebung gefragt ist und wo wir beteiligt werden. Den Verein vertreten der 1. Vorsitzende Herr Horst Waldmann und stellvertretend Herr Dr. Andreas Kaiser. In früheren Jahren waren auch Frau Elisabeth Walti und Herr Gerhard Lubojanski in der ARGE tätig.

Einmal nicht ornithologisch geartete Initiative des Vereins ist die Unterhaltung und Betreuung des so genannten "EISKELLER", in Mainz- Finthen in der Waldhausenstraße 53, als Behausung für die im Gebiet vorkommenden Fledermäuse. Hierzu wurden die Wände des tief liegenden Gewölbekellers auf Kosten des Vereins mit aus der Seite liegenden Hohlblocksteinen ausgefacht. Die somit nach innen zeigenden Hohlräume der Steine bieten den Fledermäusen Nistplatz und Überwinterungsraum. In die Holzeingangstür wurde ein Oberlicht aus Stahlgitter hergestellt, dass zum Einflug der Fledermäuse und zur Durchlüftung des Raumes dient.

Besitzer des Gewölbekellers, Herr Dietmar Fried aus Mainz, sah für sich keine sinnvolle Verwendung mehr für diesen oft unter Wasser stehenden Gewölbekeller, der in früheren Zeiten als Eislagerkeller benutzt wurde und hat uns diesen 1992 kostenlos zur Nutzung überlassen. Ihm gilt es auch an dieser Stelle zu danken. Die Betreuung der Fledermäuse hat ein Naturschutzfreund und Fledermausexperte, Herr Kay Zimmermann übernommen. Auch Ihm danken wir für seinen Einsatz für die Natur.

Besondere Aktivitäten einzelner Mitglieder im Vogelschutz und in der Vogelpflege

Herr Wilhelm Kreiling: war u.a. sehr erfolgreich in der Vogelzucht und Vogelpflege einheimischer Waldvogelarten, ferner betreute er über jahr- zehnte das Vogelhaus der Stadt Mainz im Stadtpark.

Herr Dr. Heinz Kruse: war u.a. erfolgreicher Vogelzüchter für ausländische Prachtfinken und einheimische Waldvögel, besonders auch für Weichfresserarten.

Frau Elisabeth Walti: hielt verschiedene einheimische Vogelarten in der Voliere, Sie und Ihr Gatte Herr Dr. Walti betreuten über jahrzehntelang vereinseigene Nistkästen im Schlosspark Waldhausen im Gonsenheimer Wald. Sie vertrat den Verein oft bei internationalen Tagungen, z.B. der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft (DOG) und der Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie mit dem bekannten Ornithologen Dr. Franz Niederwolfsgruber in Österreich.

Herr Karl-Walter Werner: war u.a. erfolgreicher Vogelzüchter mit einer Vogelstube mit Volieren in seinem Wohnhaus. Besonders seine profunden Vorträge über die Vogelpflege waren von den Mitgliedern gerne gehört und für alle sehr lehrreich.

Herr Gerhard Lubojanski: war ein besonderer Kenner von Flora und Fauna. Seine botanischen Vorträge waren immer mit Mythen aus dem Altertum begleitet und von den Zuhörern sehr beliebt. Für die Vogelwarte Radolfzell beringte er Rohrsängerarten im Naturschutzgebiet Laubenheimer Ried.

Herr Horst Waldmann: hielt und pflegte mehrere Jahrzehnte in seinen Freivolieren im Hausgarten verschiedene einheimische Vögel. Die meisten stammten aus der Bevölkerung in und um Mainz, die mit Verletzungen gebracht wurden. Er unterhielt praktisch eine Vogelauffangstation für die Stadt Mainz. Die meisten konnten nach erfolgreicher "Gesundpflege" wieder ausgewildert werden. Andere bekommen das "Gnadenbrot".

Personenstatistik:

Vorstand des Vereins von der Gründung bis heute. ( 1878 - 2003 )

1. Vorsitzende:

Herr Phillipp Dörsam (1905 - 1940) 1905 - 1935 Ehrenvorsitzender
Herr Wolf (nnnn-nnnn) bis Juni 1935
Herr Hermann Forster (nnnn-nnnn) 1935 - 1941 Ehrenvorsitzender 
Herr Joseph Ledroit (1902-1995) 1951 - 1966 Ehrenvorsitzender 
Herr Dr. Heinz Kruse (1900 - 1998) 1966 - 1992 Ehrenvorsitzender
Herr Horst Waldmann   1992 - 2003

2. Vorsitzende: (seit 1952)

Herr Dr. Heinz Kruse 1952 - 1966
Herr Helmut Burkhardt 1966 - 1975
Frau Elisabeth Walti 1975 - 2003

1. Schriftführer/innen:

Herr Hermann Forster bis 1935
Herr Walter Kuhlmann 1935 - 1936
Herr Joseph Ledroit 1936 - 1949
Herr Horst Penk 1949 - 1950
Herr Walter Schmelzer 1950 - 1952
Herr Klaus Immelmann 1952 - 1958
Frau Helene Wittig 1958 - 1961
Herr Konrad Wolf 1961 - 1962
Herr Helmut Burkhardt 1962 - 1965
Herr Bernhard Schwentke 1966 - 1972
Frau Elisabeth Walti 1972 - 1975
Frau Aenne Weikel 1975 - 1980
Herr Werner Dietrich 1980 - 2003

2. Schriftführer/innen:

Herr Albert Duch 1952 - 1957
Herr Günter Deppe 1957 - 1958
Herr Horst Penk 1958 - 1960
Herr Konrad Wolf 1960 und 1962 - 1964
Herr Helmut Burkhard 1961 - 1962
Herr Bernhard Schwentke 1965
Herr Karl Walter Werner 1966 - 1969 und 1992 - 1996
Herr Horst Waldmann 1970 - 1992
Herr Gerhard Vogt 1996 - 1998

Das Amt des 2. Schriftführers ist seit 1999 nicht besetzt!

1. Kassierer:

Herr Herman Forster nnnn - 1935
Herr Walter Kuhlmann 1935 - 1938
Herr Dr. A. Schneiderhöhn 1938 - 1952
Herr Wilhelm Kreiling 1952 - 1990
Herr Gerhard Wagenschein 1991 - 2003

2. Kassierer/innen:

Herr Adolf Eckardt 1956 - 1971
Frl. Weikel 1971 - 1972
Frau Nillius 1973 - 1994
Frau Inge Mehlis 1995 - 2003

Beiräte:

Herr Heinrich Becker 1957 - 1966
Herr H. Brückbauer 1957 - 1964
Herr W. Krämer 1957
Herr Hans- J. Schwarzer 1957 - 1959
Herr Dr. H. Wiegend 1957 - 1967
Herr Dr. Klaus Immelmann 1958 - 1965
Herr L. Albinus 1958 - 1962
Frau Schröter 1960 - 1961
Herr Ferdinand Zellner 1960 - 1961
Herr Johann Weber 1963 - 1965
Herr Konrad Wolf 1965 - 1967
Frau Elisabeth Walti 1966 - 1971
Herr Willy Spitznagel 1968 - 1978
Herr Horst Waldmann 1968 - 1969
Herr Karl Walter Werner 1970 - 1991
Herr Bernhard Schwentke 1972 - 1974
Herr Gerhard Lubojanski 1976 - 2003
Herr Dr. Sontag 1982 - 1994
Herr Franz Zierz 1992 - 2003
Herr Dr. Karl Walti 1995 - 2003

Ausblick

In den 125 Jahren seines Bestehens hat der Verein Höhen und Tiefen erlebt und auch Krisen überstanden. Die "Zwangspause" im "dritten Reich" hat dem Verein nicht geschadet, vielmehr hat es die Mitglieder zusammengeschweißt, wie dies die Wiedergründung bewiesen hat.

Der Verein zählt heute weit über hundert Mitglieder, die sich satzungsbedingt, wie ehemals beschlossen, in zwei Gruppen gliedern; Gruppe A Vogelschutz und Gruppe B Vogelpflege. Eine diesbezügliche Änderung der Satzung beim Amtsgericht Mainz sollte vom künftigen Vorstand ins Auge gefasst werden. Grundsätzlich ist unser Verein finanziell gesund, trotz unseres verhältnismäßig geringen Mitgliederbeitrages von 12,00 € im Jahr, gemessen an Beiträgen anderer Vereine und Institutionen dieser Art. Dank großzügiger Spenden, sowohl aus den Reihen der Mitglieder wie auch außerhalb, sind wir in der Lage, auch andere Naturschutzorganisationen bei Naturschutzprojekten finanziell zu unterstützen. Auch an dieser Stelle soll ein besonderer Dank an unsere Mitglieder und Spender ausgesprochen werden, ohne die der Verein nicht so gut da stehen könnte.

Doch es steht auch ein "Fragezeichen im Raum": Der Nachwuchs an jüngeren Mitgliedern blieb bisher aus. Da der Alterungsprozess der Mitglieder sich im "fortgeschrittenem Stadium" befindet, würde eine altersmäßige Verjüngung der Mitglieder dem Verein gut tun. Jugendliche sind, wenn sie nicht schon in anderen Naturschutzorganisationen mitarbeiten, kaum zum Verein zu bewegen. Vielleicht liegt es an den spektakulären Naturschutzaktionen der großen Verbände, die mit ihrer bundesweiten nach Außen gerichtete Öffentlichkeitsarbeit die junge Leute eher ansprechen, als unsere schlichte, aber lehrreiche Art der Vogelkunde und besonders der Feldornithologie. Sicher spielt auch die heutige Medienwelt mit ihren vielseitigen Freizeitangeboten eine große Rolle bei der Auswahl von Freizeitbeschäftigungen. Vereine anderer Art spüren schon seit Jahrzehnten den Rückgang an Mitgliedern.

Natürlich sind wir für jedes neue Mitglied ob alt oder jung dankbar. Dennoch fehlen uns junge Mitglieder die in die Verantwortung und den Vorstand hinein wachsen könnten, um später einmal die Vereinsführung zu übernehmen.

Für die Zukunft müssen im Vorstand neue Wege gesucht werden, um diesen "Mangel" auszugleichen. Von dieser "Festschrift" und der Vereinsdokumentation, die nicht nur für Mitglieder, sondern auch für die Öffentlichkeit gedacht ist, verspricht sich der Vorsitzende auch nach Außen eine bessere Werbewirksamkeit.

Der Vorsitzende würde sich auch wünschen, dass mehrere Mitglieder sich an den Führungen beteiligen, damit nicht alles auf den Schultern des Vorsitzenden ruhen muss.

Nachtrag und Nachwort des Chronisten

Diese Chronik abschließend, sei dem Vorsitzenden ein Nachwort gestattet. Jubiläen und Jubiläumsfeiern sind in aller Regel ein zwiespältige Sache. Vielfach genutzt zur Verherrlichung vergangener Taten und Ereignisse, verkommen sie oft zum Konservierungsmittel erstarrten Engagements. Doch Gedenktage müssen nicht in der reinen Selbstbespiegelung stecken bleiben. Sie bieten auch die Chance das eigene Tun im Rückblick neu zu bestimmen, damit die Vergangenheit für die Zukunft fruchtbar gemacht werden kann.

Bei der vorliegenden Druckschrift ist der "Chronist" nicht nur für den Inhalt sondern auch für eine ordentliche Kassenführung im Verein mitverantwortlich. Aus diesem und noch anderen Gründen sind bis zur Drucklegung inzwischen vier weitere Jahre Vereinsgeschichte ins Land gegangen und wir haben noch die Möglichkeit den Inhalt mit aktuellen Daten zu ergänzen und u.a. noch den derzeitigen Vorstand aufzuzeigen.

In der Jahreshauptversammlung 2007 wird nach Ergänzungswahlen der Vorstand von folgend angeführten Mitgliedern getragen:

1. Vorsitzender: Horst Waldmann Mainz-Bretzenheim
2. Vorsitzender: Herr Werner Dietrich Ingelheim
1. Schriftführer: Werner Dietrich Ingelheim
2. Schriftführer: Herr Wolfgang Kelber Mainz-Gonsenheim
1. Kassierer: Herr Diether Kleinmann Mainz-Lerchenberg
2. Kassiererin: Frau Inge Mehlis Mainz-Bretzenheim
Beiräte: Herr Wilfried Hillesheim Mainz
  Dr. Karl Walti Mainz-Mombach
  Franz Zierz Mainz
Ehrenräte: Herr Dr. Beyermann Mainz
Frau Waltraud Klaus Alzey
Kassenprüferin: Frau Carola Vogt Bad-Kreuznach
  Herr Helmut Plän Mainz-Weisenau
Ersatzkassenprüferin: Frau Christel Schmalz Mainz-Lerchenberg
Ehrenvorsitzende: Frau Elisabeth Walti (+28.09.2007) Mainz-Mombach

Neues bei den Ornithologischen Exkursionen

Neuerdings werden auch "Samstags-Exkursionen" angeboten, die von unseren langjährigen Mitglied, Herrn Pfarrer Franz Zierz geplant und geführt werden. Wie es anfänglich aussieht sind, wie bei allem Neuen, hieran Teilnehmer sehr interessiert.

Nutzung der modernen Medien für den Verein

Die Zeichen der Zeit für neue Kommunikationen sollten auch von unserem Verein genutzt werden und deshalb sind wir dabei, eine Internetpräsens des Vereins einzurichten. Im Verein hat Herr Pfarrer Franz Zierz diesen Part übernommen.

Neues im praktischen Vogelschutz

Der Verein hat durch die Initiative und Betreuung des Herrn H. Aberle aus Mainz-Finthen im Ober-Olmer Wald im Bereich des so genannten Eichenschlag wieder Nistkästen aufgehängt.

Literatur:

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Ornithologische Studienreisen des Vereins

Hinweis: aktuell können leider keine mehrtägigen Studienreisen angeboten werden.

Seit über drei Jahrzehnten finden jährlich eine oder zwei große Ornithologische Studienreisen in interessante Exkursionsgebiete im In- und Ausland statt. Die jeweilige Teilnehmerzahl ist auf die zur Verfügung stehenden Busplätze begrenzt. ( 40 bis 44 ) Die Reise 2008 war vollständig ausgebucht. Wegen weiterer Interessierter und wegen des guten Erfolges wurde die Fahrt in 2009 wiederholt.

Seit 2010 konnten leider keine Studienreisen mehr durchgeführt werden.

Die letzte Studienreise 2009 ging vom 09. bis zum 16. Mai nochmals in die Lausitz

Einen ausführlichen Bericht mit einem Video-Vortrag auf Großleinwand bietet Herr Waldmann im Rahmen der monatlichen Vereinsversammlung am 10.12.2009 um 19:30 Uhr im Vereinsheim in Mainz Bretzenheim.
Auch interessierte Gäste sind willkommen.

Unsere weiteren vergangenen Reiseziele waren:

In Deutschland: Das Wattenmeer vom Dollart bis Jadebusen in Ostfriesland mit verschiedenen Nordseeinseln und den Ausgangsorten Aurich und Wilhelmshaven. - Das Wattenmeer von der Elbmündung bis zur Grenze Dänemarks in Nordfriesland mit der Halbinsel Eiderstedt und dem Ausgangsort St. Peter-Ording - Die Ostseeküste mit dem Gebiet um Schleimünde mit Ausgangsort Schleswig und die Ostsee-Insel Fehmarn. - Der Naturpark- Elbufer- Drawehn mit dem Luftkurort Hitzacker und die Lauenburgige Seenplatte. - Der Naturpark Harz, der Vogelpark Walsrode u.a. Gebiete. Der Bodensee mit seinem oberschwäbischen Umland und seiner außergewöhnlichen ornithologischen Bedeutung.

Seit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten waren wir auch in den neuen Bundesländern, Mecklenburg-Vorpommern mit den noch unberührten Landschaften und vielen Naturschutzgebieten und Reservaten. Hier waren es u.a. der Müritz-Nationalpark mit seinem großräumigen Umland und der Nationalpark- Vorpommersche- Boddenlandschaft mir der Insel-Rügen. Außerdem wurden auch im Herbst Exkursionen zum Kranichzug nach Stralsund- Hohendorf und Rügen unternommen.

Ziel der Studienreise 2007 war der Bodensee und dessen Vorland Oberschwaben. Exkursionen fand im gesamten Bodenseeraum sowie am Federsee bei Bad-Buchau und im bayrischen Wurzacher Ried, dem größten intakten Hochmoorgebiet Mitteleuropas statt. Unser Domizil war in Überlingen am See, wo wir wieder im Hotel Ochsen unser Quartier hatten. Sehenswürdigkeiten, Naturreservate, Museen, Vogelwarte Radolfzell, und auch die Geselligkeit kamen nicht zu kurz.

Unsere vogelkundliche Studienreise 2008 fand vom Samstag, den 24. Mai bis Samstag, den 31. Mai  statt und führte an die östliche Bundesgrenze zwischen Deutschland und Polen: in "Die Lausitz".

Mit über 110 beobachteten Vogelarten war es die ergiebigste "Ausbeute" aller Studienreisen der vorangegangenen 34 Jahre. In dieser einen Woche konnten wir dennoch längst nicht alle ornithologisch interessanten Gebiete und Sehenswürdigkeiten in dieser interessanten Landschaft (Südbrandenburgische und Sächsische Niederlausitz und Oberlausitz) kennen lernen.

In Österreich: Der Neusiedler See im Burgenland mit Ausgangsort Illmitz im Seewinkel mit den vielen Flachwasser- Seen und Salzlacken. - Ebenso hier das großräumige Umland mit dem Leithagebirge und den Donau- und Marchauen sowie die Landschaften an den Grenzen von Ungarn und der Slowakei.

In Ungarn: Die großflächigen Naturschutzgebiete in der Puszta mit ihrem Reichtum an Vögeln. Vom Ausgangsort der Stadt Szolnok durch die Tisza- Auen zu den Nationalparks Kiskunshag mit Bubac-Puszta, den Städten Kecskemet und Kiskunfelegyhaza, der Hortobagyi-Puszta-Nationalpark, Peteri-Töi,ua.

In Frankreich: Die Camargue und die Crau in der Provence mit Ausgangsort Arles der geschichts-trächtigen Stadt mit ihrer glanzvollen Vergangenheit. Die Gebiete der Brenne mit Ausgangsort Chateauroux und Charente Maritim und Ile de Re an der Westküste am Atlantik mit dem Ausgangsort La Rochelle.

In Holland: Die Vogelinsel Texel, das Waddeneiland-Texel, wie die Nordseeinsel im Niederländischen genannt wird, birgt wohl eines der berühmtesten Vogelreservate im westlichen Wattenmeer. Sie wird von Vogelkennern aus der ganzen Welt besucht und bietet ideale Beobachtungsmöglichkeiten der Vögel.

In der Slowakei: nach der Öffnung des "Eisernen-Vorhangs" haben wir die Slowakei vom Westen der Hauptstadt Bratislava bis zur Grenze an der Ukraine bereist. Von den March-u. Donauauen südlich der Hauptstadt, über die kleinen und weißen Karpaten östlich von Bratislava, das slovakische Erzgebirge bei Detva, der slowakisch-ungarische Karst der Ostslowakei mit der Stadt Kosice und dem Zemplinske-Nationalpark, das slowakische Tokey, die Stadt Michalovce mit dem Zemplinska-Stausee und dem großen Teichgebiet bei der Stadt Michalovce, dem Kaiseradlerschutzgebiet der Ostslowakei, die Zipser Burg Europas größte Burgenanlage, die alte Handelsstadt Levoca, Deutsch-Leutschau, der Liptovska-Stausee bei Liptovsky-Mikulas und Ruzomberok am Fuße der Hohen-Tatra haben wir fast alle Nationalparks und Sehenswürdigkeiten besucht, und Exkursionen unternommen. Ausgangspunkte waren die Städte Detva, Kaluza und Bobrovnik-Liptovska.

In Tschechien: In Südmähren, waren es Exkursionen in den Flussauen der March (Morava) und Thaya (Dyje) mit dem Stausee der Dyje. Der Schlosspark von Lednice war Ziel einer unserer Exkursionen. Wir kamen in die Städte Valtice, Mikulov, Telc und Lednice, wo unser erstes Hotel-Domizil in Tschechien war. Südböhmen, das wir als letzte Landschaft schon Richtung Heimat durchfuhren, zeigte weitere Schwerpunkte. Der Nationalpark Trebonsko und in den Wäldern und Flussauen des Nationalparks Sumava mit der Warmen Moldau (Tepla Vltava), der Stausee Lipno wurde besucht. Weiter waren wir im Naturschutzgebiet Boubin Urwald (Boubinsky prales). Die Städte Trebon (Wittingau), Ceske Krumlov (Krumau) und Vimperk (Winterberg) als unser letztes Hotel-Domizil rundeten diese Reise ab.

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Letzte Aktualisierung: 25.03.2014